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Die Fahrt zur Therapie war wieder schlimm - soviele Menschen in der U-bahn. Wollte da einfach nur noch raus und war froh als wir endlich ausgestiegen sind. Ich war währenddessen total nervös - angespannt und ängstlich. Ich habe ständig die Augen geschlossen und versucht mich auf was anderes zu konzentrieren - hat nur irgendwie nicht funktionert. Es kam mir wie eine Ewigkeit vor.

Wir waren auch viel zu früh in der PIA. Etwa 40 Minuten - weil ich nie einschätzen kann wie lange wir eigentlich brauchen. Gott-sei-Dank war im Warteraum nur eine andere Frau. Wenn ich da solange sitzen muss und es voll ist krieg ich immer Angst und bin völlig angespannt. Es ist furchtbar unangenehm. Zum Glück musste ich nicht lange warten weil die Person die vor mir drangewesen wäre irgendwie nicht aufgetaucht ist.

Ich habe mich dann bei Frau M* erstmal entschuldigt das ich den letzten Termin so kurzfristig abgesagt habe. Ich habe ihr dann erzählt das es mir den Tag so schlecht ging und ich meinen Bedarf genommen hatte und völlig neben der Spur und furchtbar müde war und mich nicht getraut habe damit dann U-bahn zu fahren. Ich war total neben der Spur an dem Tag. Sie meinte dass das sehr vernünftig von mir war das ich nicht gefahren bin - sie meinte sie rät mir das auch nicht das unter solchen Medikamenten irgendwie unter Menschen zu gehen. Einfach auch, weil das sehr anstrengend ist. Stimmt auch - denn ich kann mich unter Promethazin auf nichts mehr konzentrieren.

Sie hat mich dann gefragt wie es die letzten Wochen war. Ich habe mich dann getraut zu sagen das ich eine ziemliche Krise hatte. Tausend Flashbacks und unendlich viele Intrusionen. Und das Wochenlang. Sie hat gefragt ob irgendwas passiert ist dass das auf einmal wieder so schlimm war - aber ich kann mich an keinen Auslöser erinnern. Sie meinte dann das es manchmal auch keine Auslöser dafür gibt. Sie hat gefragt was mir in den Situationen hilft und ich habe gesagt das ich nichts habe was mir dann hilft - das ich davon völlig überfordert bin. Das es mir Angst macht und das ich mich völlig ausgeliefert fühle. Das ich einfach meinen Bedarf nehme und mich betäube und hoffe das es weniger wird. Aber wirklich ändern tut der Bedarf auch nicht - er macht es einfach nur etwas erträglicher.
Sie meinte das vielen Patienten hilft sich etwas Gutes zu tun - das manche dann puzzeln oder Kinderhörspielkassetten hören. Ich habe dann gesagt das ich gerne malen würde wenn es mir so schlecht geht - aber das ich dafür viel zu blockiert bin. Das ich es nicht schaffe. Sie meinte dann das Kreativität einen in solchen Situationen auch total überfordert - gerade, wenn man sich noch Gedanken drüber machen muss was man malen will. Sie gab mir dann den Tip das ich mal Mandalas ausmalen könnte - such ich nachher auch mal im Internet und probier es das nächste Mal wenn es wieder so schlecht ist. Mal sehen ob es hilft. Ich habe gesagt das ich halt immer so drinnenstecke das ich völlig hilflos bin.

Sie meinte dann noch ob mir Stabilisierungstechniken helfen in den Momenten - aber ich habe gesagt das ich die kaum kann und in den Momenten einfach nicht schaffe anzuwenden. Das ich denke das mir die Übung sehr fehlt. Sie sagte dann das ich das ja in der Traumatherapie lernen werde und hat gefragt wann die endlich anfängt weil ich das dringend brauche. Ich habe gesagt das die Therapeutin sich seit letztem Jahr im Frühling nicht mehr gemeldet hat und das der Therapeut in der Einrichtung meines Betreuungsvereines zu meiner Betreuerin gesagt hat das sie dadurch einen sehr unzuverlässigen und unprofessionellen Eindruck macht und er mir abraten würde dort die Therapie zu beginnen. Ich habe gesagt das ich nun eine neue Therapeutin suchen werde - auch wenn ich jetzt fast 1 Jahr Zeit verloren habe und mich das ärgert. Sie sagte dann das viele an meiner Stelle auf die Barikaden gestiegen wären - aber das sie das Gefühl hat das ich das nicht so gut kann. Das stimmt auch. Ich find es nämlich peinlich da immerzu nachzufragen und denk dass das irgendwie negativ rüberkommt. Aber ist jetzt eh egal weil ich eine neue Therapeutin suchen werde. Sie sagte wenn sie genau weiß ob in die Ambulanz jetzt eine Therapeutin mit Traumatherapieausbildung anfängt das sie mir dann sofort Bescheid sagt und ich dann auch in der PIA die Traumatherapie machen kann. Sie meint das wäre ja das Einfachste und sie würde es mir auch wünschen.

Sie meinte sie hat überlegt ob sie mit mir schonmal ein paar Stabilisierungstechniken übt - aber das sie sich nicht sicher ist. Auch, weil sie meine Geschichte hinter den Traumata nicht kennt. Sie sagt es ist eigentlich besser wenn die Traumatherapeutin das mit mir macht - das sie es mir aber anbietet wenn ich merke das ich das wirklich brauche und es mir helfen würde.

Sie hat dann gefragt ob mir A* helfen kann wenn es mir so schlecht geht und ich habe gesagt das er das nicht wirklich kann. Das ich auch nie zu ihm hingehe und ihm sage das es mir schlecht geht - das er es aber immer merkt und dann meine Nähe sucht. Das ich die dann aber gar nicht ertrage und das es so schwierig ist weil ich ihm nicht sagen kann warum. Sie hat gefragt ob er weiß was mir passiert ist und ich habe gesagt das er kaum was weiß weil ich mich so sehr dafür schäme und mich nicht traue es ihm zu erzählen. Das ich Angst habe das er sich vor mir ekelt und sich abwendet. Sie meinte das sie ihn eigentlich aus meinen Erzählungen nicht so einschätzt und das sie glaubt das es gut für mich wäre wenn er Bescheid wüsste. Was ich weiß - irgendwo. Ich habe gesagt das ich irgendwo in mir weiß das er nicht so ist - aber das ich trotzdem Angst habe und es nicht schaffe.
Sie sagte dann das ich mal versuchen soll mit ihm zu reden und das ich mal beobachten soll wie nah er mir in solchen Momenten kommen darf und wie nah nicht. Sie sagte das ich ihm das dann sagen soll und erklären weil es nicht gut ist wenn ich seine Nähe nicht ertragen kann. Und das er ja nicht wissen kann das ich nichtmal eine Umarmung ertrage dann. Was stimmt.

Sie sagte dann auch noch das ich mich nicht schämen muss aber das sie weiß das Opfer von Gewalttaten oder besonders von M*ssbr**ch so eine große Scham haben. Das es schlimm ist so zu fühlen wo doch die Scham zum T*ter gehört und nicht zum Opfer und das es schwierig ist die Scham abzulegen - aber eben nicht unmöglich. Das es sich ändern kann.


Dann hat sie noch gefragt wie ich die letzten Monate einschätze - ob ich mit meinen Symptomen umgehen kann und ob ich es dennoch schaffe ein Stück weit Normalität zu haben. Irgendwas was mir Kraft gibt. Ich habe gesagt das es schwierig ist - das ich merke das mich meine Ängste sehr einschränken und das ich niemanden außer A* habe in meinem Leben. Aber das ich ein Stück weit Normalität in meiner Ernährung gefunden habe (Zur Info: Habe seit Mai08 24 Kilo abgenommen durch eine Ernährungsumstellung). Das mir das ein Stück weit Halt gibt - das ich mich viel damit beschäftige und großes Interesse dran gefunden habe. Dass das aber das Einzig normale in meinem Leben - aber auch etwas was ich nicht mehr so schnell ändern werde weil ich endlich nicht mehr übergewichtig sein will - nie wieder. Bin es ja jetzt nicht mehr. Habe dann auch gesagt das ich das Zyprexa abgesetzt habe weil es Heißhungerattacken ausgelöst hat und ich deshalb 3 Kilo zugenommen habe - weil ich soviele Süßigkeiten wie seit Monaten nicht mehr in mich reingestopft habe. Sie sagte das es okay ist und sie ja sagte dass das bei den meisten passiert. Ich habe dann gesagt das ich dadurch nun aber wieder ziemliche Einschlafstörungen habe und nicht richtig müde werde. Sie meinte dann das ihr das leid tut - das sie es aber nicht ändern kann weil ich sonst alle Medikamente die es auf dem Markt gibt durchprobiert habe. Das ihre einizige Hoffnung noch ein Medikament ist was noch nicht zugelassen ist - was sie mir aber sofort verschreiben wird wenn es zugelassen ist. Das ich solange durchhalten muss.
20.2.09 17:22
 


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